Sonntag, 8. Januar 2017

Beobachtungsprotokoll vom 29.12.2016

Hinweis: Dieses Beobachtungsprotokoll ist in erster Linie für mich selbst. Ich stelle es dennoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Vielleicht findet der ein oder andere ja Interessant, womit ich meine Nächte verbringe … ;)

Ort: Rimis Castle – Oberer Garten (Walls of Woody)
Teleskop: Skywatcher 130/900 Newton
GoTo: Nope
Ausrichtungssterne: Venus (Ausnahmsweise mal einen Planeten zum überprüfen des Lichtpunktsuchers genommen)
Seeing (Schulnoten): 2- (zu Beginn oft Störung durch Bewegungsmelderbeleuchtung)
Okulare/Filter/Linsen: 23mm, 40mm, regelbarer Polarisationsfilter (für Venus), 2x, 3x, und 5x Barlow
Beobachtete Objekte: Venus, Albireo, M45, M31, M36, Kastor, Riegel, M42
Bilder: Nope
Cam: Nope
Anmerkungen/Notizen: Die Venus ist als hellstes Himmelsobjekt (nach Sonne und Mond) in diesen Tagen nicht zu übersehen. Sie diente nicht nur dazu meinen Lichtpunktsucher zu überprüfen, sie war auch mein erstes Beobachtungsobjekt.

Ich hatte mir vorgenommen mich bei dieser Beobachtung selbst zu limitieren, indem ich nur ein Okular einsetze (was mir nicht ganz gelungen ist, dazu weiter unten mehr), und evtl. benötigte Vergrößerungen über Barlowlinsen zu machen. Dies diente dazu zu testen, ob ich an einem Beobachtungsabend, an dem ich Hauptsächlich fotografiere, den Okularkoffer mitschleppen muss, oder ob es auch ohne geht. (Ein bis zwei Okulare passen in den Fotokoffer, und die Barlowlinsen sind sowieso drin).

Mit dem 23mm Okular ergibt sich an diesem Teleskop eine 39 fache Vergrößerung. Die Venus bleibt bei dieser Vergrößerung ein heller Lichtpunkt. Dann wollte ich es wissen, und steckte das 23mm Okular in die 5x Barlow, womit die Vergrößerung auf gewaltige 195 steigt. Nun sah ich deutlich die Halbphase der Venus, was ein ziemlich cooler Anblick ist. Weniger Cool ist die Geschwindigkeit mit der die Venus bei dieser Vergrößerung ohne Nachführung durchs Bild rast.

Um nicht ständig nachführen zu müssen, habe ich dann noch eine 2x Barlow ausprobiert, woraus sich eine 78 fache Vergrößerung ergibt. Die Venus war nun ein ganzes Stück kleiner, aber die coole Halbphase war immer noch zu sehen.


Pimp my Scope! Barlowlinsen verlängern die Brennweite des Teleskops um den aufgedruckten Faktor, und sorgen für eine höhere Vergrößerung ohne Okulartausch


Albireo war mein nächstes Objekt. Wenn man bedenkt, dass dieser wunderschöne Doppelstern Teil eines Sommersternbildes ist, aber Aufgrund der frühen Dunkelheit selbst jetzt noch beobachtet werden kann, kommt man nicht um die Feststellung herum, dass der Dezember ein ziemlich cooler Beobachtungsmonat ist.

Die Plejaden (M45) waren mein nächstes Objekt. Aufgrund ihrer Größe sind sie eigentlich eher ein Objekt für das Fernglas. Mit meinem 40mm Okular erreiche ich zumindest ein bisschen „Fernglasfeeling“, weswegen ich dann doch zwei Okulare benutzte.
Danach stellte ich die Andromedagalaxie (M31) ein. Ihr Anblick wurde allerdings von einer Lampe mit Bewegungsmelder getrübt, weswegen ich mich zu einer kleinen Pause entschied.

Nach der Pause wollte ich M36, M37, und M38 (3 Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann) beobachten, fand jedoch trotz der Nähe der 3 zueinander, nur den erstgenannten. Das hinzugenommene Monokular war auch keine Hilfe, weil es aufgrund der Tatsache, dass ich vergessen habe, es auskühlen zu lassen, sehr schnell beschlug.

Ich setzte meine Beobachtung mit Kastor (Castor? Irgendwie scheinen beide Schreibweisen gebräuchlich zu sein) einem Doppelstern* im Sternbild Zwillinge fort. Während man Albireo ohne Probleme mit einem Fernglas trennen kann, ist Kastor ein wenig Tricky. Mit dem 40mm Okular und einer 3x Barlow (67,5 fache Vergrößerung konnte ich Kastor als Doppelstern auflösen. (Yeah! \o/ )

Bisher nicht gelungen ist es mir, den kleinen Begleiter von Riegel im Sternbild Orion zu finden. Um es kurz zu machen: Es ist mir auch dieses Mal nicht gelungen, aber der Winter ist ja noch lang. :)

Ich beendete den Abend mit M42, besser bekannt als Orionnebel. Die Trapezsterne in diesem Nebel (der übrigens unter einem dunklen Nachthimmel schon mit bloßem Auge zu sehen ist) kann man mit etwas Übung schon mit einem 10x42 Monokular entdecken, richtig Cool sehen sie allerdings erst im Teleskop aus.

Das war meine letzte Beobachtungsnacht mit dem Teleskop im Jahr 2016. Ich hoffe auf viele erfolgreiche Beobachtungsnächte im neuen Jahr, in denen ich die Objekte, an denen ich bisher gescheitert bin, entdecken werde, und dann hoffentlich auch mal mit Bildern zu den Objekten aufwarten kann.

*Genau genommen ist Kastor sogar ein 6 (!!!) fach Sternsystem, but i haven't got Hubble in my Garden, you konw? ;)




Samstag, 17. Dezember 2016

Der Schritt ins Universum – Ein Jahr als Teleskopbesitzer

Heute vor einem Jahr habe ich mir das erste Mal im Leben ein Teleskop bestellt, dass auch den Namen Teleskop verdient. Ich denke es ist an der Zeit einen kleinen Rückblick zu schreiben.

Es gab in diesem Jahr sehr viele erste Male, die ich ohne Teleskop nicht gehabt hätte. Hier mal eine lose Aufzählung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal

  • den Mond mit mehr als 300 facher Vergrößerung beobachtet.
  • Jupiter und Saturn mit mehr als 200 facher Vergrößerung beobachtet.
  • einen Mondschatten über Jupiters Wolken wandern gesehen.
  • Saturns Ringsystem bewundert.
  • Sonnenflecken gesehen.
  • einen Planeten (Merkur) vor der Sonne beobachtet.
  • einen Doppelstern (Albireo) gesehen.
  • den Doppelsternhaufen im Perseus bewundert.
  • die Sterne in den Plejaden gezählt (es sind mehr als 7 ;) )



Auch wenn es Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts meist in der Garage bleibt, ist es dennoch mein ganzer Stolz: Mein erstes richtiges Teleskop (Skywatcher 200/1000 Newton auf EQ5)

Außerdem habe ich viel gelernt. Ich habe gelernt, welches Okular in einer bestimmten Beobachtungssituation das Beste ist, wie man einen Lichtpunktsucher einstellt, wie man eine Go-To Steuerung zum laufen kriegt (oder auch nicht :D ), wie man Bilder besser nicht macht, wie man Bilder macht, wie man Okularvergrößerungen berechnet, und, und, und, … Es ist wie bei einem Musikinstrument, selbst wenn man eines Tages Profistatus erreicht hat, der Lernprozess endet nie.

Ich habe mir viel Wissen angelesen, viele gute Ratschläge von Kollegen bekommen (Dafür möchte ich an dieser Stelle einmal ganz herzlich Danke sagen! <3 Verzeiht mir Bitte, wenn ich keine Namen nenne, die Gefahr ist zu groß, dass ich jemanden vergesse, ich denke ihr wisst selber, wenn ihr gemeint seid *schielt Richtung Twitter* ;) ), und nicht zuletzt habe ich viel ausprobiert, und wann immer es ging, praktische Erfahrung am Teleskop gesammelt.


Mond vom 16.12.2016, geknipst mit meiner Canon EOS 1300 D, einem 23 mm Okular, und meinem 130/900 Newton (Klick)

Meine Teleskope haben mein Leben auf jeden Fall unheimlich bereichert, und ich bin schon sehr gespannt, was ich mit ihnen noch entdecken werde, und wie mein Lernprozess weiter geht.

Dienstag, 15. November 2016

Eine Buchempfehlung und Wieso ich mein (astronomisches) neues Jahr schon im Dezember beginnen werde

 
Hinweis: Dieser Eintrag nimmt an der Blogparade: „Astronomische Vorsätze für 2017!“ auf Stefan Gottholds Clear Sky Blog teil, die ihr hier findet: Klick

Es gibt (denke ich jedenfalls) kein Hobby, bei dem man sich nicht Ziele setzt. Der Briefmarkensammler will eine seltene Marke, der Schlagzeuger möchte so grooven können, wie Jeff Porcaro, der Gemüsezüchter will den dicksten Kürbis, der Hobbyastronom will …

ja, was will der Hobbyastronom eigentlich? Das größte Teleskop? Die höchstmögliche Anzahl an Beobachtungen in einem Jahr?

Nun, zunächst einmal will der Hobbyastronom beobachten. Und als Anfänger stellt sich die Frage relativ oft, wohin genau man sein neues Teleskop eigentlich richten soll. Einen Neuling, dem diese Frage auch quält, und der gleichzeitig auf der Suche nach Zielen ist, möchte ich Heute dieses Buch ans Herz legen:

101 Himmelsobjekte die man gesehen haben muss“ von Robin Scagell aus dem Kosmos-Verlag (1)

Dieses Buch richtet sich vor allem an astronomische Anfänger, allerdings werden auch Fortgeschrittene mit Sicherheit fündig. Es beginnt mit grundsätzlichen Erklärungen, von dem was am Nachthimmel passiert, und was man bei der Verwendung von Fernglas und Teleskop beachten sollte. Außerdem gibt es eine schöne Übersicht, über die verschiedenen Teleskoparten und deren Montierungen.

Dann geht es direkt mit den Beobachtungszielen los. Das erste, größte Kapitel ist den Beobachtungen im Sonnensystem gewidmet. Es fängt beim Mond an, erstreckt sich über die Planeten, bis hin zu Sonnenfinsternissen. Bei jedem einzelnen Objekt wird neben der Überschrift anhand eines Symbols angezeigt, ob das bloße Auge ausreicht, oder ob man zu Fernglas/Teleskop greifen sollte.

Die nächsten Kapitel sind den Sternbildern in den einzelnen Jahreszeiten, beginnend mit Winter bis zum Herbst, gewidmet. Ein Sternatlas rundet das Buch am Ende perfekt ab.




Akira versteht nicht alles in diesem Buch, aber sie versteht, dass sie viel draußen sein wird. Sie gibt dem Buch deshalb 10 von 10 Knochen … :)

Was mir richtig gut gefällt:

Alle aufgeführten Objekte kann man mit günstigen Equipment beobachten, für viele Sachen reicht (fürs Erste) sogar das bloße Auge. Ich schätze, das es durchaus möglich ist, sämtliche Objekte mit einem Maximalbudget von ~ 500 € zu beobachten. (Wer mehr investiert, erhält natürlich bessere Beobachtungsergebnisse.)

Super für die Langzeitmotivation finde ich das Punktesystem. Für jedes absolvierte Beobachtungsziel gibt es Punkte. Niedrige Punktzahlen für einfache Ziele, und hohe Punktzahlen für schwere Ziele.

Ein Beispiel: Für die Saturnringe gibt es 2 Punkte, wer Ring A und B einzeln beobachten kann, erhält zusätzlich 3 Punkte, und für die Cassini-Teilung der Ringe gibt es noch mal 3 Punkte. Es gibt zwar keine Preise dafür (womit Schummeln überflüssig wird), aber es ist ein schöner Ansporn, so viele Punkte wie nur möglich zu sammeln.

Kritik …

kann ich mir sparen. Es wäre Cool bei den Beobachtungen noch ein wenig mehr Platz für Notizen zu haben, aber das ist jammern auf hohem Niveau. (2)

Fazit:

Wer als Anfänger in der Astronomie Beobachtungsziele sucht, ist hier bestens aufgehoben. Das Punktesystem ist Super motivierend, und sorgt dafür, dass man „am Ball bleibt“. Auch als Fortgeschrittener findet man evtl. das eine oder andere, dass man noch nicht gesehen hat. Mein Empfehlung: Kaufen! :)

* * *

Ich habe dieses Buch nicht ohne Grund empfohlen. Es wird für mich in den kommenden Jahren zum ständigen Begleiter werden. Ich werde damit meine Beobachtungsnächte planen, und natürlich werde ich versuchen Punkte zu sammeln … :)

Wie ich bereits erwähnte, beginnt das Buch mit den Wintersternbildern. Im Dezember werde ich Urlaub haben, es wäre also Quatsch bis Januar zu warten. Der Startschuss für das Projekt „Punktesammeln“ wird deshalb am 1.12.2016 fallen … und Nein, ich mache am 30.11.2016 keine Silvesterparty. ;)

Zusätzlich zum Punktesammeln möchte ich so viel wie möglich über Astrofotografie lernen, und wann immer es geht praktische Erfahrung sammeln. Ich weiß nicht, wie viel ich dabei kurzfristig erreichen kann, ein persönlicher Wunsch wäre in 2017 je ein Foto von Jupiter und Saturn zu knipsen, dass gut genug ist, um es sich als Poster an die Wand zu hängen.

Außerdem möchte ich den Sternpark Rhön (Klick) wieder besuchen. Ein Besuch ist Pflicht, zwei Besuche setze ich mir als persönliches Ziel. Alles was darüber hinaus geht, wäre Fantastisch! :)

Abschließen möchte ich diesen Eintrag mit meinen ersten Gehversuchen in Bildbearbeitung von astronomischen Motiven … Enjoy! :)




Mond vom 13.11.2016. Fotografiert mit Canon EOS 1300D, und Orion 150/750 Skyseeker IV mit 3-facher Barlowlinse (Bild ist aus 3 Einzelbildern zusammengesetzt)

(1) Buchbezugsquelle (Klick) 

(2) Meine Notizen will ich sowieso zusätzlich hier im Blog in Form von Beobachtungsprotokollen veröffentlichen.

Dienstag, 1. November 2016

Once upon a Time oder Wie ich zum tollsten Hobby der Welt kam ...

Mein Twitterfreund Ralf Kösling (Klick) hat in einem Kommentar seinen astronomischen Lebenslauf hinterlassen, und gefragt, wie das ganze bei mir war.


Ralf schreibt tolle Kommentare und macht geniale Bilder! Lese- und Folgeempfehlung! :)

Da dachte ich mir, vielleicht will das die ganze Welt wissen, machen wir doch einfach einen Blogeintrag daraus. :)

Man möge mir bitte verzeihen, dass ich nicht mehr die genauen Jahreszahlen im Kopf habe. Die Initialzündung muss irgendwann zwischen 1976 und 1978 statt gefunden haben. Die Mondlandung war noch in aller Munde, und im Kindergarten (1) gab es viele relativ neue Bücher mit Bildern der Astronauten auf dem Mond. Diese Bilder haben vermutlich mein Interesse an der Welt außerhalb unserer Atmosphäre geweckt.

1978 kam die Schule, und ich lernte lesen. Wenn man lesen kann, steht einem schon als Kind eine riesige Welt aus Informationsquellen zur Verfügung, und das ganz ohne Internet! Es gab (und es gibt sie nach wie vor!) diese tollen 'Was ist was?'-Bücher in denen Kindgerecht erklärt wird, was so passiert im Sonnensystem und im Universum. Es folgten Bücher in denen die Sternbilder erklärt wurden, und was man darin mit einem Teleskop finden kann.

Der nächste Schritt war logisch: Ein Teleskop musste her! Es dürfte etwa 1981 gewesen sein, als mir meine Eltern ein simples Tischteleskop aus dem Katalog bestellt haben. Für mehr reichte das Geld leider nicht. Um so ein Teleskop einigermaßen vernünftig nutzen zu können, braucht es entweder eine Terrasse mit Tisch (hatten wir nicht), ein Fensterbrett (Dachwohnung … es gab keine Fensterbretter), oder ein Auto, auf dessen Dach man das Teleskop stellen kann (ich war 10 Jahre alt, und hatte ein klapperiges fucking Fahrrad!!!).

Kurz gesagt: Die Benutzung dieses Teleskops war nur über abenteuerliche und wackelige Konstruktionen möglich, weswegen es schon bald nicht mehr benutzt wurde.



Ich glaube das war der Zeitpunkt, an dem wir einen Plastikbaum kauften ...

Es folgte eine lange, LANGE Zeit, in der ich mich nur sekundär mit theoretischer Astronomie beschäftigte. Mit praktischer Astronomie beschäftigte ich mich, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. 1997 Komet Hale Bopp mit bloßem Auge) so gut wie gar nicht mehr. Die nächste Initialzündung geschah erst im Januar 2012, als ich den Blog von Florian Freistetter entdeckte. (Klick) Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich wieder täglich mit Astronomie.

Im Dezember 2013 wurde ich quasi über Nacht 2 facher Hundebesitzer, und verbrachte somit auch nach Sonnenuntergang viel Zeit im Freien. Ich beschloss zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und legte mir im Februar 2014 ein Fernglas zu, dass sich sowohl für Naturbeobachtungen, als auch Astronomie eignet.


Ein wahres Fernglasmonster: Das Omegon Nightstar 25 x 100

Mit diesem Fernglas geht zwar Natur und Astronomie hervorragend, allerdings nicht sehr lange. Das Gewicht von 4,5 Kilo merkt man relativ schnell, vor allem wenn man Richtung Zenit beobachten will. Dennoch ist es besser, als alles, was ich bis Dato zur Verfügung hatte.

Während ich mit diesem Fernglas meine ersten richtigen Schritte im Universum machte, entdeckte ich im sozialen Netzwerk 'Twitter' eine große Gemeinschaft aus Hobbyastronomen, die ihre Beobachtungen und auch ihre Erfahrungen gerne mit anderen teilten.

Dies brachte mich letztendlich dazu, mir wieder ein Teleskop zuzulegen. Die eher schlechte Erfahrung mit dem Teleskop aus meiner Kindheit sorgte für den Entschluss etwas mehr Geld auszugeben, um direkt etwas 'Ordentliches' zu kaufen. Meine Wahl fiel auf den 200/1000 Newtonspiegel von Skywatcher auf einer EQ 5 Montierung mit Go-To Steuerung.



Geiles Rohr! Skywatcher 200/1000 auf EQ 5 mit Go-To

Im Dezember 2015 stand dieses tolle Teleskop dann in meinem Garten, und ich muss zugeben, dass mich die Bedienung von diesem Gerät dann doch ein bisschen überfordert hat. (Normalerweise lese ich Bedienungsanleitungen erst, wenn schon alles aufgebaut ist, und läuft, das hat aber dieses Mal nicht funktioniert.)

Ich hatte noch 300 € in meinem Teleskopbudget übrig, und beschloss, erst mal 2 Nummern kleiner anzufangen. Wenige Tage nachdem ich mir das 200/1000 bestellt hatte, bestellte ich mir ebenfalls im Dezember 2015 einen 130/900 Newtonspiegel auf einer EQ 2 Montierung komplett ohne Elektronik.



Für einen Teleskopeinsteiger perfekt: Der 130/900 Newtonspiegel von Skywatcher

Mit diesem Teleskop verbrachte ich dann im Februar 2016 meine erste „professionelle“ Beobachtungsnacht. Wer mehr dazu lesen will klickt Bitte hier.
Dieses Erlebnis infizierte mich regelrecht mit dem Teleskopvirus. Ich begann mich über Neuheiten auf dem Teleskopmarkt zu informieren, und entdeckte bald dieses Teleskop (Klick)

Dieses Teleskop schien mir perfekt die Lücke zwischen meinen beiden bereits vorhandenen Teleskopen zu füllen, weswegen ich es mir im März 2016 bestellte.



Super für Unterwegs, und für die ersten Erfahrungen mit einer Go-To Steuerung: Der 150/750 Newtonspiegel Starseeker IV von Orion


Es folgten Beobachtungen, wann immer es Zeit und Wetter zuließen. Teils gechillt beim Feierabendbier, teils mit häuslicher Vorbereitung und Sternkarte. Beobachtungshighlights waren der Merkurtransit im Mai 2016, und mein Besuch im Sternenpark Rhön auf der Hohen Geba im August 2016 (Klick)

Im September 2016 folgte dann noch ein 10x42 Monokular von Omegon, dass in erster Linie für Spaziergänge mit den Hunden gedacht war. Es stellte sich aber heraus, dass es sich auch für Beobachtungsnächte eignet. (Klick)




Das Monokular (Hund nicht im Preis inbegriffen)


Im Oktober 2016 kam noch eine Canon EOS 1300D zu meiner Ausrüstung hinzu, womit sich der Kreis zum letzten Eintrag (Klick) und zu Ralf Köslings Frage schließt.

Danke, fürs lesen. :)

(1) Funfact: In meinem ehemaligen Kindergarten befindet sich jetzt ein Brauereimuseum.

Samstag, 22. Oktober 2016

Pictures in the Dark – Meine ersten Schritte mit der digitalen Spiegelreflexkamera

Wenn man wie ich praktische Astronomie am Teleskop betreibt, kommt man irgendwann unweigerlich an den Punkt, an dem man sich fragt, ob man die Momente am Teleskop nicht fotografisch festhalten will.
Natürlich experimentiert man schon relativ früh mit dem Smartphone (zumindest war das bei mir der Fall), und die Ergebnisse sind Stellenweise auch durchaus vorzeigbar. Dann sieht man die Bilder von etwas professionelleren Fotografen, und realisiert, dass da noch einiges mehr geht.

Vor kurzem habe ich mir die Cannon EOS 1300D zugelegt. Diese Kamera ist zwar nicht für Astrofotografie modifiziert, für erste Gehversuche ist sie aber mehr als Ausreichend.
Größter Vorteil dieser Kamera ist das W-Lan, welches

a: ermöglicht die Bilder direkt kabellos aufs Smartphone zu übertragen, und
b: die Kamera über das Smartphone fernbedienbar macht.

Gerade die letzte Option ist nicht nur für die Astrofotografie Super. Eine Kamera, die man zum auslösen nicht anfassen muss, wackelt auch nicht.


Brennweitenmonster: Cannon EOS 1300D mit 5 x Barlowlinse

Ich werde mich am Anfang meiner fotografischen Laufbahn hauptsächlich mit 2 Varianten beschäftigen. Die erste ist, die Kamera auf das Teleskop zu montieren, um das Teleskop als Stativ und später auch als elektronische Nachführung zu verwenden. Hier sind mal 2 Beispielbilder, der ersten Variante:


Die #ISS am 16.10.2016 über Oberfranken (15 Sekunden Belichtungszeit)


Starry, Starry Night (20 Sekunden Belichtungszeit)

Am schwierigsten finde ich bei solchen Bildern die Kamera scharf gestellt zu bekommen (War das gutes Deutsch? Ich hoffe einfach Mal …), weil das Display vor dem Knipsen bei solchen Objekten so gut wie keine Rückmeldung gibt. Das ist definitiv ein Punkt an dem ich arbeiten muss.

Kommen wir zur zweiten Variante. Hier wird die Kamera über einen Adapter direkt ans Teleskop geschraubt. Hier wird der Bereich den man vor die Kamera bekommt zwar sehr schmal, aber das zu knipsende Objekt wird auch sehr groß.


900 mm Brennweite für unter 300 € geht nicht? Geht doch! ;)

Der Vollmond ist durch seine extreme Helligkeit für Astrofotografie in den meisten aller Fälle zwar eher hinderlich, für erste Tests ist er allerdings Super:


Vollmond vom 16.10.2016 durch einen 130/900 Newtonspiegel

Bei solchen hellen Objekten ist das Scharfstellen zwar einfacher, aber auch da werde ich noch ein wenig üben müssen. Erstaunlich fand ich persönlich wie nah man dem Mond mit diesem doch recht „kleinen“ Teleskop kommt. Die Umkehrlinse die ich als Kameraadapter verwendet habe, scheint die Wirkung einer Barlowlinse (1) zu haben.

So weit die ersten Schritte. Mein Plan für die nächsten Schritte ist, beide Varianten an einem Teleskop mit Nachführung und längeren Belichtungszeiten auszuprobieren. Es ist mit Sicherheit ein Thema an dem ich viele Wochen, Monate, Jahre Spaß haben werde. :)

(1) Eine Barlowlinse verlängert die Brennweite des Teleskops (meist um den Faktor 2, 3, oder 5) und sorgt damit für höhere Vergrößerungen.

Dienstag, 4. Oktober 2016

„Kannst Du Tabletten mitbringen?“ - Drama in 5 Akten

Akt 1 – Ort: Rimis Castle, Montagabend

Mutti: Fährst Du Morgen Brötchen holen?
Rimi: Klar.
Mutti: Kannst Du Tabletten mitbringen?
Rimi: Klar.
Mutti: Ich hänge Dir die Sachen an die Haustür, damit Du sie nicht vergisst.
Rimi: Klar. Cool.

Akt 2 – Ort: Arzt XY, Dienstagmorgen

Rimi: Brauche Rezept für Tabletten für meine Mutter.
Sprechstundenhilfe: Die finde ich nicht bei ihrer Mutter …
Rimi: Kay … schauen sie mal beim Vater.
Sprechstundenhilfe: Da finde ich sie auch nicht.
Rimi: Hm … ich fahr noch mal Heim, und frage nach.

Akt 3 - Ort: Rimis Castle, Dienstagmorgen

Rimi: *weckt Mutti*
Mutti: Hrmbl grmpf … was ist?
Rimi: Für wen sind die Tabletten, die ich holen soll?
Mutti: Für mich …
Rimi: Kay.

Akt 4 – Ort: Arzt XY, Dienstagvormittag

Rimi: Tabletten sind definitiv für Mutter.
Sprechstundenhilfe: Aber definitiv nicht von uns verschrieben.
Rimi: *ruft Mutti an* Die Tabletten sind nicht von Arzt XY …
Mutti: Du musst zu Arzt YZ!
Rimi: *legt auf, und entschuldigt sich bei Sprechstundenhilfe*

Zwischenspiel – Ort: fränkische Pampa, Dienstagvormittag

Rimi: *muss für Arzt YZ in die 6 km entfernte Kreisstadt, und beschließt erst mal mit dem Hund zu laufen*
Regenwolke: Hey, da unten sind Rimi und sein Hund! Gleich mal nass machen! *macht Rimi und seinen Hund nass*

Akt 5 – Ort: Arzt YZ, Dienstagmittag

Rimi: *Geht zu Arzt YZ an die Tür, und entdeckt Zettel*
Zettel: Arzt YZ ist im Urlaub. Er ist ab 6.10. wieder für sie da.
Rimi: *weint leise*

Mittwoch, 28. September 2016

Heute vor einem Jahr: Meine erstes astronomisches Ereignis mit „professionellem“ Equipment #Flashback

Mein Twitterfreund Ralf Kösling hat mich gerade daran erinnert, dass Heute vor einem Jahr meine erste geplante Astronomienacht stattgefunden hat.

Am 28.09.2015 fand eine totale Mondfinsternis statt, und ich hatte das Glück, nicht nur Urlaub zu haben, sondern auch Equipment zu besitzen, mit dem ich die Mondfinsternis um einiges besser, als mit bloßem Auge beobachten konnte.


Mein damaliges Equipment (Nein, nicht das Bier, das Teil links daneben ;) )

Ich weiß nicht mehr genau zu welcher Uhrzeit das ganze Stattgefunden hat, ich weiß nur noch, dass es eine Zeit war, zu der man entweder noch wach ist, oder ins Bett geht, oder tief und fest schläft. Auf keinen Fall war es eine Zeit, zu der man sich einen Wecker stellt, und das Bett verlässt (Es sei denn, man ist Bäcker, oder Zeitungsausträger, oder Werwolf, etc.)

Es war also mitten in der Nacht, als ich mit dem Fernglas nach draußen ging. Das Erste, was mir auffiel, war die extreme Dunkelheit, die es in dieser Mondphase (Vollmond) gar nicht hätte geben dürfen. Ich konnte Problemlos die Milchstraße und den Orionnebel mit bloßem Auge sehen.

Ich lief die 15 Meter in den Garten, und da stand er am westlichen Nachthimmel: Der Blutmond! * dramatische Musik *
Scherz beiseite. Es war in jedem Fall ein atemberaubender Anblick. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er im Fernglas aussah: Er hatte ein sehr plastisches, fast künstlich wirkendes Aussehen, welches durch die vielen Sterne, die um ihn herum durchs Fernglas sichtbar waren, noch zusätzlich verstärkt wurde.

Das Foto, dass ich mit meiner 100€ Digicam geschossen habe, fängt das nicht Annähernd ein.


Mondfinsternis am 28.09.2015

Anyway, es war ein tolles, und hoffentlich nicht einmaliges Erlebnis. Das Einzige, was ich im Nachhinein bedauere ist, dass ich damals noch kein Teleskop hatte, welches dieses Ereignis mit Sicherheit noch ein wenig beeindruckender gemacht hätte.