Samstag, 17. Dezember 2016

Der Schritt ins Universum – Ein Jahr als Teleskopbesitzer

Heute vor einem Jahr habe ich mir das erste Mal im Leben ein Teleskop bestellt, dass auch den Namen Teleskop verdient. Ich denke es ist an der Zeit einen kleinen Rückblick zu schreiben.

Es gab in diesem Jahr sehr viele erste Male, die ich ohne Teleskop nicht gehabt hätte. Hier mal eine lose Aufzählung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal

  • den Mond mit mehr als 300 facher Vergrößerung beobachtet.
  • Jupiter und Saturn mit mehr als 200 facher Vergrößerung beobachtet.
  • einen Mondschatten über Jupiters Wolken wandern gesehen.
  • Saturns Ringsystem bewundert.
  • Sonnenflecken gesehen.
  • einen Planeten (Merkur) vor der Sonne beobachtet.
  • einen Doppelstern (Albireo) gesehen.
  • den Doppelsternhaufen im Perseus bewundert.
  • die Sterne in den Plejaden gezählt (es sind mehr als 7 ;) )



Auch wenn es Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts meist in der Garage bleibt, ist es dennoch mein ganzer Stolz: Mein erstes richtiges Teleskop (Skywatcher 200/1000 Newton auf EQ5)

Außerdem habe ich viel gelernt. Ich habe gelernt, welches Okular in einer bestimmten Beobachtungssituation das Beste ist, wie man einen Lichtpunktsucher einstellt, wie man eine Go-To Steuerung zum laufen kriegt (oder auch nicht :D ), wie man Bilder besser nicht macht, wie man Bilder macht, wie man Okularvergrößerungen berechnet, und, und, und, … Es ist wie bei einem Musikinstrument, selbst wenn man eines Tages Profistatus erreicht hat, der Lernprozess endet nie.

Ich habe mir viel Wissen angelesen, viele gute Ratschläge von Kollegen bekommen (Dafür möchte ich an dieser Stelle einmal ganz herzlich Danke sagen! <3 Verzeiht mir Bitte, wenn ich keine Namen nenne, die Gefahr ist zu groß, dass ich jemanden vergesse, ich denke ihr wisst selber, wenn ihr gemeint seid *schielt Richtung Twitter* ;) ), und nicht zuletzt habe ich viel ausprobiert, und wann immer es ging, praktische Erfahrung am Teleskop gesammelt.


Mond vom 16.12.2016, geknipst mit meiner Canon EOS 1300 D, einem 23 mm Okular, und meinem 130/900 Newton (Klick)

Meine Teleskope haben mein Leben auf jeden Fall unheimlich bereichert, und ich bin schon sehr gespannt, was ich mit ihnen noch entdecken werde, und wie mein Lernprozess weiter geht.

Dienstag, 15. November 2016

Eine Buchempfehlung und Wieso ich mein (astronomisches) neues Jahr schon im Dezember beginnen werde

 
Hinweis: Dieser Eintrag nimmt an der Blogparade: „Astronomische Vorsätze für 2017!“ auf Stefan Gottholds Clear Sky Blog teil, die ihr hier findet: Klick

Es gibt (denke ich jedenfalls) kein Hobby, bei dem man sich nicht Ziele setzt. Der Briefmarkensammler will eine seltene Marke, der Schlagzeuger möchte so grooven können, wie Jeff Porcaro, der Gemüsezüchter will den dicksten Kürbis, der Hobbyastronom will …

ja, was will der Hobbyastronom eigentlich? Das größte Teleskop? Die höchstmögliche Anzahl an Beobachtungen in einem Jahr?

Nun, zunächst einmal will der Hobbyastronom beobachten. Und als Anfänger stellt sich die Frage relativ oft, wohin genau man sein neues Teleskop eigentlich richten soll. Einen Neuling, dem diese Frage auch quält, und der gleichzeitig auf der Suche nach Zielen ist, möchte ich Heute dieses Buch ans Herz legen:

101 Himmelsobjekte die man gesehen haben muss“ von Robin Scagell aus dem Kosmos-Verlag (1)

Dieses Buch richtet sich vor allem an astronomische Anfänger, allerdings werden auch Fortgeschrittene mit Sicherheit fündig. Es beginnt mit grundsätzlichen Erklärungen, von dem was am Nachthimmel passiert, und was man bei der Verwendung von Fernglas und Teleskop beachten sollte. Außerdem gibt es eine schöne Übersicht, über die verschiedenen Teleskoparten und deren Montierungen.

Dann geht es direkt mit den Beobachtungszielen los. Das erste, größte Kapitel ist den Beobachtungen im Sonnensystem gewidmet. Es fängt beim Mond an, erstreckt sich über die Planeten, bis hin zu Sonnenfinsternissen. Bei jedem einzelnen Objekt wird neben der Überschrift anhand eines Symbols angezeigt, ob das bloße Auge ausreicht, oder ob man zu Fernglas/Teleskop greifen sollte.

Die nächsten Kapitel sind den Sternbildern in den einzelnen Jahreszeiten, beginnend mit Winter bis zum Herbst, gewidmet. Ein Sternatlas rundet das Buch am Ende perfekt ab.




Akira versteht nicht alles in diesem Buch, aber sie versteht, dass sie viel draußen sein wird. Sie gibt dem Buch deshalb 10 von 10 Knochen … :)

Was mir richtig gut gefällt:

Alle aufgeführten Objekte kann man mit günstigen Equipment beobachten, für viele Sachen reicht (fürs Erste) sogar das bloße Auge. Ich schätze, das es durchaus möglich ist, sämtliche Objekte mit einem Maximalbudget von ~ 500 € zu beobachten. (Wer mehr investiert, erhält natürlich bessere Beobachtungsergebnisse.)

Super für die Langzeitmotivation finde ich das Punktesystem. Für jedes absolvierte Beobachtungsziel gibt es Punkte. Niedrige Punktzahlen für einfache Ziele, und hohe Punktzahlen für schwere Ziele.

Ein Beispiel: Für die Saturnringe gibt es 2 Punkte, wer Ring A und B einzeln beobachten kann, erhält zusätzlich 3 Punkte, und für die Cassini-Teilung der Ringe gibt es noch mal 3 Punkte. Es gibt zwar keine Preise dafür (womit Schummeln überflüssig wird), aber es ist ein schöner Ansporn, so viele Punkte wie nur möglich zu sammeln.

Kritik …

kann ich mir sparen. Es wäre Cool bei den Beobachtungen noch ein wenig mehr Platz für Notizen zu haben, aber das ist jammern auf hohem Niveau. (2)

Fazit:

Wer als Anfänger in der Astronomie Beobachtungsziele sucht, ist hier bestens aufgehoben. Das Punktesystem ist Super motivierend, und sorgt dafür, dass man „am Ball bleibt“. Auch als Fortgeschrittener findet man evtl. das eine oder andere, dass man noch nicht gesehen hat. Mein Empfehlung: Kaufen! :)

* * *

Ich habe dieses Buch nicht ohne Grund empfohlen. Es wird für mich in den kommenden Jahren zum ständigen Begleiter werden. Ich werde damit meine Beobachtungsnächte planen, und natürlich werde ich versuchen Punkte zu sammeln … :)

Wie ich bereits erwähnte, beginnt das Buch mit den Wintersternbildern. Im Dezember werde ich Urlaub haben, es wäre also Quatsch bis Januar zu warten. Der Startschuss für das Projekt „Punktesammeln“ wird deshalb am 1.12.2016 fallen … und Nein, ich mache am 30.11.2016 keine Silvesterparty. ;)

Zusätzlich zum Punktesammeln möchte ich so viel wie möglich über Astrofotografie lernen, und wann immer es geht praktische Erfahrung sammeln. Ich weiß nicht, wie viel ich dabei kurzfristig erreichen kann, ein persönlicher Wunsch wäre in 2017 je ein Foto von Jupiter und Saturn zu knipsen, dass gut genug ist, um es sich als Poster an die Wand zu hängen.

Außerdem möchte ich den Sternpark Rhön (Klick) wieder besuchen. Ein Besuch ist Pflicht, zwei Besuche setze ich mir als persönliches Ziel. Alles was darüber hinaus geht, wäre Fantastisch! :)

Abschließen möchte ich diesen Eintrag mit meinen ersten Gehversuchen in Bildbearbeitung von astronomischen Motiven … Enjoy! :)




Mond vom 13.11.2016. Fotografiert mit Canon EOS 1300D, und Orion 150/750 Skyseeker IV mit 3-facher Barlowlinse (Bild ist aus 3 Einzelbildern zusammengesetzt)

(1) Buchbezugsquelle (Klick) 

(2) Meine Notizen will ich sowieso zusätzlich hier im Blog in Form von Beobachtungsprotokollen veröffentlichen.

Dienstag, 1. November 2016

Once upon a Time oder Wie ich zum tollsten Hobby der Welt kam ...

Mein Twitterfreund Ralf Kösling (Klick) hat in einem Kommentar seinen astronomischen Lebenslauf hinterlassen, und gefragt, wie das ganze bei mir war.


Ralf schreibt tolle Kommentare und macht geniale Bilder! Lese- und Folgeempfehlung! :)

Da dachte ich mir, vielleicht will das die ganze Welt wissen, machen wir doch einfach einen Blogeintrag daraus. :)

Man möge mir bitte verzeihen, dass ich nicht mehr die genauen Jahreszahlen im Kopf habe. Die Initialzündung muss irgendwann zwischen 1976 und 1978 statt gefunden haben. Die Mondlandung war noch in aller Munde, und im Kindergarten (1) gab es viele relativ neue Bücher mit Bildern der Astronauten auf dem Mond. Diese Bilder haben vermutlich mein Interesse an der Welt außerhalb unserer Atmosphäre geweckt.

1978 kam die Schule, und ich lernte lesen. Wenn man lesen kann, steht einem schon als Kind eine riesige Welt aus Informationsquellen zur Verfügung, und das ganz ohne Internet! Es gab (und es gibt sie nach wie vor!) diese tollen 'Was ist was?'-Bücher in denen Kindgerecht erklärt wird, was so passiert im Sonnensystem und im Universum. Es folgten Bücher in denen die Sternbilder erklärt wurden, und was man darin mit einem Teleskop finden kann.

Der nächste Schritt war logisch: Ein Teleskop musste her! Es dürfte etwa 1981 gewesen sein, als mir meine Eltern ein simples Tischteleskop aus dem Katalog bestellt haben. Für mehr reichte das Geld leider nicht. Um so ein Teleskop einigermaßen vernünftig nutzen zu können, braucht es entweder eine Terrasse mit Tisch (hatten wir nicht), ein Fensterbrett (Dachwohnung … es gab keine Fensterbretter), oder ein Auto, auf dessen Dach man das Teleskop stellen kann (ich war 10 Jahre alt, und hatte ein klapperiges fucking Fahrrad!!!).

Kurz gesagt: Die Benutzung dieses Teleskops war nur über abenteuerliche und wackelige Konstruktionen möglich, weswegen es schon bald nicht mehr benutzt wurde.



Ich glaube das war der Zeitpunkt, an dem wir einen Plastikbaum kauften ...

Es folgte eine lange, LANGE Zeit, in der ich mich nur sekundär mit theoretischer Astronomie beschäftigte. Mit praktischer Astronomie beschäftigte ich mich, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. 1997 Komet Hale Bopp mit bloßem Auge) so gut wie gar nicht mehr. Die nächste Initialzündung geschah erst im Januar 2012, als ich den Blog von Florian Freistetter entdeckte. (Klick) Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich wieder täglich mit Astronomie.

Im Dezember 2013 wurde ich quasi über Nacht 2 facher Hundebesitzer, und verbrachte somit auch nach Sonnenuntergang viel Zeit im Freien. Ich beschloss zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und legte mir im Februar 2014 ein Fernglas zu, dass sich sowohl für Naturbeobachtungen, als auch Astronomie eignet.


Ein wahres Fernglasmonster: Das Omegon Nightstar 25 x 100

Mit diesem Fernglas geht zwar Natur und Astronomie hervorragend, allerdings nicht sehr lange. Das Gewicht von 4,5 Kilo merkt man relativ schnell, vor allem wenn man Richtung Zenit beobachten will. Dennoch ist es besser, als alles, was ich bis Dato zur Verfügung hatte.

Während ich mit diesem Fernglas meine ersten richtigen Schritte im Universum machte, entdeckte ich im sozialen Netzwerk 'Twitter' eine große Gemeinschaft aus Hobbyastronomen, die ihre Beobachtungen und auch ihre Erfahrungen gerne mit anderen teilten.

Dies brachte mich letztendlich dazu, mir wieder ein Teleskop zuzulegen. Die eher schlechte Erfahrung mit dem Teleskop aus meiner Kindheit sorgte für den Entschluss etwas mehr Geld auszugeben, um direkt etwas 'Ordentliches' zu kaufen. Meine Wahl fiel auf den 200/1000 Newtonspiegel von Skywatcher auf einer EQ 5 Montierung mit Go-To Steuerung.



Geiles Rohr! Skywatcher 200/1000 auf EQ 5 mit Go-To

Im Dezember 2015 stand dieses tolle Teleskop dann in meinem Garten, und ich muss zugeben, dass mich die Bedienung von diesem Gerät dann doch ein bisschen überfordert hat. (Normalerweise lese ich Bedienungsanleitungen erst, wenn schon alles aufgebaut ist, und läuft, das hat aber dieses Mal nicht funktioniert.)

Ich hatte noch 300 € in meinem Teleskopbudget übrig, und beschloss, erst mal 2 Nummern kleiner anzufangen. Wenige Tage nachdem ich mir das 200/1000 bestellt hatte, bestellte ich mir ebenfalls im Dezember 2015 einen 130/900 Newtonspiegel auf einer EQ 2 Montierung komplett ohne Elektronik.



Für einen Teleskopeinsteiger perfekt: Der 130/900 Newtonspiegel von Skywatcher

Mit diesem Teleskop verbrachte ich dann im Februar 2016 meine erste „professionelle“ Beobachtungsnacht. Wer mehr dazu lesen will klickt Bitte hier.
Dieses Erlebnis infizierte mich regelrecht mit dem Teleskopvirus. Ich begann mich über Neuheiten auf dem Teleskopmarkt zu informieren, und entdeckte bald dieses Teleskop (Klick)

Dieses Teleskop schien mir perfekt die Lücke zwischen meinen beiden bereits vorhandenen Teleskopen zu füllen, weswegen ich es mir im März 2016 bestellte.



Super für Unterwegs, und für die ersten Erfahrungen mit einer Go-To Steuerung: Der 150/750 Newtonspiegel Starseeker IV von Orion


Es folgten Beobachtungen, wann immer es Zeit und Wetter zuließen. Teils gechillt beim Feierabendbier, teils mit häuslicher Vorbereitung und Sternkarte. Beobachtungshighlights waren der Merkurtransit im Mai 2016, und mein Besuch im Sternenpark Rhön auf der Hohen Geba im August 2016 (Klick)

Im September 2016 folgte dann noch ein 10x42 Monokular von Omegon, dass in erster Linie für Spaziergänge mit den Hunden gedacht war. Es stellte sich aber heraus, dass es sich auch für Beobachtungsnächte eignet. (Klick)




Das Monokular (Hund nicht im Preis inbegriffen)


Im Oktober 2016 kam noch eine Canon EOS 1300D zu meiner Ausrüstung hinzu, womit sich der Kreis zum letzten Eintrag (Klick) und zu Ralf Köslings Frage schließt.

Danke, fürs lesen. :)

(1) Funfact: In meinem ehemaligen Kindergarten befindet sich jetzt ein Brauereimuseum.

Samstag, 22. Oktober 2016

Pictures in the Dark – Meine ersten Schritte mit der digitalen Spiegelreflexkamera

Wenn man wie ich praktische Astronomie am Teleskop betreibt, kommt man irgendwann unweigerlich an den Punkt, an dem man sich fragt, ob man die Momente am Teleskop nicht fotografisch festhalten will.
Natürlich experimentiert man schon relativ früh mit dem Smartphone (zumindest war das bei mir der Fall), und die Ergebnisse sind Stellenweise auch durchaus vorzeigbar. Dann sieht man die Bilder von etwas professionelleren Fotografen, und realisiert, dass da noch einiges mehr geht.

Vor kurzem habe ich mir die Cannon EOS 1300D zugelegt. Diese Kamera ist zwar nicht für Astrofotografie modifiziert, für erste Gehversuche ist sie aber mehr als Ausreichend.
Größter Vorteil dieser Kamera ist das W-Lan, welches

a: ermöglicht die Bilder direkt kabellos aufs Smartphone zu übertragen, und
b: die Kamera über das Smartphone fernbedienbar macht.

Gerade die letzte Option ist nicht nur für die Astrofotografie Super. Eine Kamera, die man zum auslösen nicht anfassen muss, wackelt auch nicht.


Brennweitenmonster: Cannon EOS 1300D mit 5 x Barlowlinse

Ich werde mich am Anfang meiner fotografischen Laufbahn hauptsächlich mit 2 Varianten beschäftigen. Die erste ist, die Kamera auf das Teleskop zu montieren, um das Teleskop als Stativ und später auch als elektronische Nachführung zu verwenden. Hier sind mal 2 Beispielbilder, der ersten Variante:


Die #ISS am 16.10.2016 über Oberfranken (15 Sekunden Belichtungszeit)


Starry, Starry Night (20 Sekunden Belichtungszeit)

Am schwierigsten finde ich bei solchen Bildern die Kamera scharf gestellt zu bekommen (War das gutes Deutsch? Ich hoffe einfach Mal …), weil das Display vor dem Knipsen bei solchen Objekten so gut wie keine Rückmeldung gibt. Das ist definitiv ein Punkt an dem ich arbeiten muss.

Kommen wir zur zweiten Variante. Hier wird die Kamera über einen Adapter direkt ans Teleskop geschraubt. Hier wird der Bereich den man vor die Kamera bekommt zwar sehr schmal, aber das zu knipsende Objekt wird auch sehr groß.


900 mm Brennweite für unter 300 € geht nicht? Geht doch! ;)

Der Vollmond ist durch seine extreme Helligkeit für Astrofotografie in den meisten aller Fälle zwar eher hinderlich, für erste Tests ist er allerdings Super:


Vollmond vom 16.10.2016 durch einen 130/900 Newtonspiegel

Bei solchen hellen Objekten ist das Scharfstellen zwar einfacher, aber auch da werde ich noch ein wenig üben müssen. Erstaunlich fand ich persönlich wie nah man dem Mond mit diesem doch recht „kleinen“ Teleskop kommt. Die Umkehrlinse die ich als Kameraadapter verwendet habe, scheint die Wirkung einer Barlowlinse (1) zu haben.

So weit die ersten Schritte. Mein Plan für die nächsten Schritte ist, beide Varianten an einem Teleskop mit Nachführung und längeren Belichtungszeiten auszuprobieren. Es ist mit Sicherheit ein Thema an dem ich viele Wochen, Monate, Jahre Spaß haben werde. :)

(1) Eine Barlowlinse verlängert die Brennweite des Teleskops (meist um den Faktor 2, 3, oder 5) und sorgt damit für höhere Vergrößerungen.

Dienstag, 4. Oktober 2016

„Kannst Du Tabletten mitbringen?“ - Drama in 5 Akten

Akt 1 – Ort: Rimis Castle, Montagabend

Mutti: Fährst Du Morgen Brötchen holen?
Rimi: Klar.
Mutti: Kannst Du Tabletten mitbringen?
Rimi: Klar.
Mutti: Ich hänge Dir die Sachen an die Haustür, damit Du sie nicht vergisst.
Rimi: Klar. Cool.

Akt 2 – Ort: Arzt XY, Dienstagmorgen

Rimi: Brauche Rezept für Tabletten für meine Mutter.
Sprechstundenhilfe: Die finde ich nicht bei ihrer Mutter …
Rimi: Kay … schauen sie mal beim Vater.
Sprechstundenhilfe: Da finde ich sie auch nicht.
Rimi: Hm … ich fahr noch mal Heim, und frage nach.

Akt 3 - Ort: Rimis Castle, Dienstagmorgen

Rimi: *weckt Mutti*
Mutti: Hrmbl grmpf … was ist?
Rimi: Für wen sind die Tabletten, die ich holen soll?
Mutti: Für mich …
Rimi: Kay.

Akt 4 – Ort: Arzt XY, Dienstagvormittag

Rimi: Tabletten sind definitiv für Mutter.
Sprechstundenhilfe: Aber definitiv nicht von uns verschrieben.
Rimi: *ruft Mutti an* Die Tabletten sind nicht von Arzt XY …
Mutti: Du musst zu Arzt YZ!
Rimi: *legt auf, und entschuldigt sich bei Sprechstundenhilfe*

Zwischenspiel – Ort: fränkische Pampa, Dienstagvormittag

Rimi: *muss für Arzt YZ in die 6 km entfernte Kreisstadt, und beschließt erst mal mit dem Hund zu laufen*
Regenwolke: Hey, da unten sind Rimi und sein Hund! Gleich mal nass machen! *macht Rimi und seinen Hund nass*

Akt 5 – Ort: Arzt YZ, Dienstagmittag

Rimi: *Geht zu Arzt YZ an die Tür, und entdeckt Zettel*
Zettel: Arzt YZ ist im Urlaub. Er ist ab 6.10. wieder für sie da.
Rimi: *weint leise*

Mittwoch, 28. September 2016

Heute vor einem Jahr: Meine erstes astronomisches Ereignis mit „professionellem“ Equipment #Flashback

Mein Twitterfreund Ralf Kösling hat mich gerade daran erinnert, dass Heute vor einem Jahr meine erste geplante Astronomienacht stattgefunden hat.

Am 28.09.2015 fand eine totale Mondfinsternis statt, und ich hatte das Glück, nicht nur Urlaub zu haben, sondern auch Equipment zu besitzen, mit dem ich die Mondfinsternis um einiges besser, als mit bloßem Auge beobachten konnte.


Mein damaliges Equipment (Nein, nicht das Bier, das Teil links daneben ;) )

Ich weiß nicht mehr genau zu welcher Uhrzeit das ganze Stattgefunden hat, ich weiß nur noch, dass es eine Zeit war, zu der man entweder noch wach ist, oder ins Bett geht, oder tief und fest schläft. Auf keinen Fall war es eine Zeit, zu der man sich einen Wecker stellt, und das Bett verlässt (Es sei denn, man ist Bäcker, oder Zeitungsausträger, oder Werwolf, etc.)

Es war also mitten in der Nacht, als ich mit dem Fernglas nach draußen ging. Das Erste, was mir auffiel, war die extreme Dunkelheit, die es in dieser Mondphase (Vollmond) gar nicht hätte geben dürfen. Ich konnte Problemlos die Milchstraße und den Orionnebel mit bloßem Auge sehen.

Ich lief die 15 Meter in den Garten, und da stand er am westlichen Nachthimmel: Der Blutmond! * dramatische Musik *
Scherz beiseite. Es war in jedem Fall ein atemberaubender Anblick. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er im Fernglas aussah: Er hatte ein sehr plastisches, fast künstlich wirkendes Aussehen, welches durch die vielen Sterne, die um ihn herum durchs Fernglas sichtbar waren, noch zusätzlich verstärkt wurde.

Das Foto, dass ich mit meiner 100€ Digicam geschossen habe, fängt das nicht Annähernd ein.


Mondfinsternis am 28.09.2015

Anyway, es war ein tolles, und hoffentlich nicht einmaliges Erlebnis. Das Einzige, was ich im Nachhinein bedauere ist, dass ich damals noch kein Teleskop hatte, welches dieses Ereignis mit Sicherheit noch ein wenig beeindruckender gemacht hätte.

Beobachtungsprotokoll vom 27.09.2016

Hinweis: Dieses Beobachtungsprotokoll ist in erster Linie für mich selbst. Ich stelle es dennoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Vielleicht findet der ein oder andere ja Interessant, womit ich meine Nächte verbringe … ;)

Ort: Rimis Castle - Backyard
GoTo: Nope
Ausrichtungsstern: Deneb (diente lediglich zum Überprüfen, ob mein Lichtpunktsucher noch passt)
Seeing (Schulnoten): 2
Okulare/Filter: 40mm Superplössl (damit hat man an diesem Teleskop zwar „nur“ 25-fache Vergrößerung, aber ich mag dieses „Fernglasfeeling“)
Beobachtete Objekte: Albireo, NGC 457, NGC 884 & 869, Algol, Almaak, NGC 752, M15, Wega mit E1 Lyr & 4Lyr A, M45
Bilder: Nope … nur ein Bild vom Arbeitsgerät ;)


Ich bin immer wieder begeistert, wie viel Spaß ein Teleskop für unter 300€ bringt :) (Keine Angst, die Augen meines Hundes leuchten nur im Dunkeln) ;)
Cam: Galaxy S5
Anmerkungen/Notizen: Ich wollte zwar im Urlaub meistens mit meiner „Sternwarte“ (Skywatcher 200/1000 Newton mit Go-To) arbeiten, jedoch waren mir die Vorhersagen für diesen Abend zu unsicher. Als klar war, dass es Klar bleibt, war es zu Dunkel um das Monster noch aufzubauen.

Es war aber einfach zu schön, um nicht zu beobachten, weswegen ich mich für eine Old-School-Beobachtung mit dem kleinsten Teleskop meines Fuhrparks entschieden habe. Unterstützung bekam mein Teleskop diesmal durch mein neues Monokular von Omegon.

Bedingt durch die Tatsache, dass ich diesmal ohne Go-To gearbeitet habe, konnte ich den dunkelsten Standort auf meinem Grundstück nutzen. (1) Ich sehe von dort aus zwar nur einen sehr schmalen Bereich des Nachthimmels, bin aber komplett von störenden Lichtquellen abgeschirmt.

Das Arbeiten mit Teleskop und Monokular in Kombination war Neu für mich, aber extrem Interessant, und bestimmt nicht das letzte Mal. Ich hatte mir eine kleine Liste geschrieben, die ich wie folgt abarbeitete: Objekt von der Stellarium-App anzeigen lassen, mit dem Monokular aufsuchen und betrachten, anschließend im Teleskop einstellen und intensiv beobachten.

E1 Lyr & 4Lyr standen nicht auf meiner Liste. Mir ist dieser Doppelstern ein paar Tage zuvor beim ersten Test des Monokulars aufgefallen. Er ist definitiv einen Besuch mit dem Teleskop wert.

Ebenfalls einen Besuch wert ist Albireo (ja, ich weiß, den hatte ich schon mehrmals im Programm, aber ich kann mich einfach nicht satt sehen, an diesem wunderschönen Doppelstern) Er sieht bereits im Monokular/Fernglas toll aus. Hier ist eine kleine Auffindhilfe, erstellt mit Stellarium.


Noch steht das Sommerdreieck hoch am Himmel. Schnappt Euch ein Fernglas, geht raus, und findet Albireo! :)

Toll war auch, endlich wieder die Plejaden (M45) beobachten zu können, auch wenn ich bis nach ein Uhr warten musste, bis sie hoch genug für das Teleskop waren. Mit dem Monokular hatte ich sie schon um kurz nach 12 beobachtet.

Fazit: Ja, ein Beobachtungsabend ohne Go-To ist Arbeit. Auch wenn ich nicht alle Objekte, gefunden habe, die ich auf meiner Liste hatte, ist es eine Arbeit, die Spaß macht und in Zusammenarbeit mit einem Monokular um einiges leichter wird. Mit Sicherheit nicht mein letzter Old-School-Beobachtungsabend. :)

(1) Beim arbeiten mit der Go-To-Steuerung muss ich bei der Wahl des Standorts darauf achten, dass die Sterne, die ich zum Ausrichten brauche, nicht durch Häuser, Bäume etc. verdeckt sind.

Sonntag, 11. September 2016

Beobachtungsprotokoll vom 10.09.2016

Hinweis: Dieses Beobachtungsprotokoll ist in erster Linie für mich selbst. Ich stelle es dennoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Vielleicht findet der ein oder andere ja Interessant, womit ich meine Nächte verbringe … ;)

Ort: Rimis Castle – Unterer Garten „Akira Road“
Teleskop: Orion Starseeker 150/750 GoTo
GoTo: Jep.
Ausrichtungssterne: Arktur, Deneb;
Seeing (Schulnoten): 3-
Okulare/Filter: 6mm, 9mm, 15mm, 20mm, 23mm, 40mm, regelbarer Polarisationsfilter (Mond)
Beobachtete Objekte: 61 Cygnus, Albireo, M31, M34, M103, NGC869 & NGC884, M15, Mond
Bilder:


Ich habe lediglich die Spiegelung des Teleskops rückgängig gemacht, ansonsten ist das Bild unbearbeitet

Cam: Samsung Galaxy S5
Anmerkungen/Notizen: Eigentlich eine Schnapsidee in dieser Mondphase Deep-Sky-Objekte zu beobachten, aber ich hatte eine Liste, die ich schon seit ein paar Wochen abarbeiten wollte.
Von Albireo und dem Doppelcluster (NGC869 & NGC884) kann ich seit meinem Besuch auf der Hohen Geba (Klick) einfach nicht genug bekommen.
Von der M31 war ich heute ein wenig enttäuscht, was aber an meinem gewählten Standort lag. Das Seeing wurde nicht nur durch den Mond, sondern auch durch eine Straßenlampe beeinträchtigt.
M34 und M15 sind auf jeden Fall einen weiteren Besuch bei besserem Seeing wert.
Bei den Objekten in der Nähe des östlichen Horizonts konnte ich einige Satelliten (?) beobachten.

Sonntag, 4. September 2016

One of these Nights – Ein Besuch im Sternenpark Rhön auf der Hohen Geba

Was sind Sternenparks eigentlich?

Als Hobbyastronom gibt es für mich nach Sonnenuntergang meist nur eine Blickrichtung, und die lautet „Oben“. Dass ich dabei nicht gegen Laternen laufe, hat einen ganz einfachen Grund: Die Dinger geben viel künstliches Licht ab, und stören meinen Blick auf den Nachthimmel.

Ich wohne in einer sehr ländlichen Gegend, und habe das Glück, dass hier kaum bzw. nur wenig künstliches Licht eingesetzt wird. In Städten ist das dagegen anders. Hier steht alle paar Meter etwas, dass künstliches Licht abstrahlt. Dass dies nicht besonders toll ist, erkennt man, wenn man wie ich den direkten Vergleich ziehen kann.


Richtig, die funktionieren anders, aber eine tolle Idee wäre das schon … :)

Bis vor ein paar Jahren habe ich immer mal wieder in einer Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern übernachtet. Wenn ich dort im Winter das Sternbild Orion betrachtete, dachte ich immer „Nanu … da fehlt doch was ...“ Während ich in meinem Garten problemlos den Orionnebel sehen kann, ist er in größeren Städten schlicht und einfach nicht vorhanden, vom herrlichen Anblick den die Milchstraße im Spätsommer bietet mal ganz zu schweigen.

Dass es auch anders geht, zeigen Sternenparks wie z.B. die Rhön. Dort wird auf künstliches Licht so weit wie möglich verzichtet, und dort wo es nötig ist, wird es zielgerichtet eingesetzt. Eine Straßenlaterne sollte den Boden ausleuchten, und nicht den Nachthimmel mit Licht verschmutzen.

Die Location und der Verein

Im April 2016 war ich das erste Mal zur Eröffnungsfeier der dortigen Beobachtungsplattformen auf der Hohen Geba vor Ort. Die Location ist sehr abgelegen, direkt vor Ort befindet sich allerdings eine Gastwirtschaft, die zu meiner großen Freude auch vegane Speisen anbietet.

Die Beobachtungsplattformen bieten eine fantastische Rundumsicht in die thüringische, hessische und bayrische Landschaft. Die hohe Geba ist nicht nur deswegen auch Tagsüber einmal einen Besuch wert (unbedingt Fernglas einpacken!), sondern auch wegen des sehr informativen Planetenwegs der vom Verein Sternenpark Rhön e.V. (Klick) angelegt wurde.


Eine der 8 Informationstafeln des Planetenwegs, mit Bildern, die man nicht überall zu sehen bekommt

Der Verein besteht aus sehr engagierten, hilfsbereiten Mitgliedern, die sich nicht nur zum Sterne beobachten treffen, sondern auch geführte Touren durch den nächtlichen Sternenhimmel anbieten. Ein dafür vom Bürgermeister eigens gespendetes Teleskop sei hier noch lobend erwähnt.

Wer eine Beobachtungsplattform nutzen will, sollte sie auf dieser Seite (Klick) reservieren. Die Nutzung ist kostenlos. Wer keine Plattform ergattern kann, hat dennoch die Möglichkeit sein Teleskop neben die Plattformen, oder auf die nahe Wiese zu stellen.

Der Beobachtungsabend

Am 6.8.2016 war es dann endlich so weit. Ich konnte mir ein paar Stunden Zeit nehmen, und die hohe Geba mit Teleskop besuchen. Mein 150/750 Newtonspiegel von Orion, welches hier schon mal gute Dienste geleistet hat (Klick), war Aufgrund seiner kompakten Bauweise und seiner Go-To-Steuerung meine erste Wahl. Am Ziel konnte ich dann die schmale Sichel des zunehmenden Mondes nutzen, um erste Teleskopeinstellungen und erste Tests zu machen.

Bald zeigten sich auch schon die ersten Sterne, und ich konnte Wega und Arktur nutzen, um meine Go-To-Steuerung startklar zu machen. Saturn war dann so Nett die Wartezeit bis zur vollkommenen Dunkelheit zu überbrücken.


Mein Teleskop (rechts) befand sich in bester Gesellschaft :)

Etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bot sich dann ein schon mit bloßem Auge fantastischer Anblick! Die Milchstraße zog sich von Norden nach Süden über den kompletten Nachthimmel (etwas dass ich in dieser Form so Zuhause nicht zu sehen bekomme).

Ich hatte mir daheim ein paar Sachen zum beobachten heraus gesucht, beschloss aber dann, dass ich in der zur Verfügung stehenden Zeit, so viel wie Möglich sehen will. Go-To-Teleskope bieten die Option „Deep Sky Tour“. In dieser Einstellung verwandeln sie sich dann in virtuelle Fremdenführer, die einem alles sehenswerte auf Knopfdruck zeigen. Das ganze erinnert dann ein wenig an einen japanischen Touristen auf Europareise (alle Sehenswürdigkeiten in 2 Wochen). Bei mir war es dann „Das Universum in 2 Stunden …“ ;)

Anyway, ich konnte auf diese Weise in kurzer Zeit eine Menge beobachten. Highlights waren die Andromedagalaxie (M31 – geht dort übrigens auch mit bloßem Auge), der Doppelcluster im Perseus (NGC 869 und NGC 884) und ein Doppelstern, dessen Name mir gerade nicht ein einfällt *Asche auf mein Haupt* (1)

Fazit

Für Teleskopbesitzer ist die Hohe Geba auf jeden Fall ein Muss, aber auch Menschen die sich an einem „unberührten“ Nachthimmel erfreuen können, werden hier fündig. Der Planetenweg, die Gastwirtschaft und die Angebote des Vereins (Sternenwanderungen etc.) machen aus der Location eine runde Sache. :)


Sonnenuntergang auf der Hohen Geba

Bedanken möchte ich mich bei @Sternenpark (Klick), @stwmgn (Klick) und nicht zuletzt bei @asdromeda (Klick), für ihre Gastfreundschaft und speziell bei Asdromeda, für die nette Abendführung und die tollen Erklärungen. Ich habe eine Menge mitgenommen an diesem Abend, und es war bestimmt nicht mein letzter Besuch. 

 (1) Dank dem tollen Gedächtnis von Asdromeda kann ich Euch nun mitteilen, dass der Doppelstern Albireo (Beta Cygni) im Sternbild Schwan war. :)

Sonntag, 24. Juli 2016

Killerspiele ... die ewig gestrige Debatte

Ich muss hier mal ein Geständnis machen:

Ich liebe Racingspiele an PC und Konsolen. Ich fahre bei diesen Dingern wie die in Bayern bekannte 'gesegnete Sau'.
Meist versuche ich zwar sportlich Fair zu agieren, aber es kommt durchaus auch mal vor, dass ich einen Gegner von der Strecke drücke, wenn ich die Chance sehe, dadurch eine bessere Platzierung einzufahren.

Bringen wir es auf den Punkt: Jemanden wie mich, will man nicht im öffentlichen Straßenverkehr haben, da von mir mit ziemlicher Sicherheit ein hohe Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht.

So müsste es zumindest sein, wenn man der Argumentation von einigen Politikern gegen Killerspiele folgt.

Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache: Ich fahre seit über 25 Jahren unfallfrei Auto, und habe auch keinen Eintrag in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Andererseits spiele ich gerne mal eine Partie Schach, und Schach ist, wie jeder weiß, ein Spiel, bei dem sich zwei Armeen feindlich gegenüber stehen. Evtl. bin ich ja kein Verkehrssünder, sondern ein Kriegstreiber, der schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden sollte …



Kein Spaß … gleich fließt hier eimerweise Blut!

Dienstag, 24. Mai 2016

Ein Teleskop erzählt, wie es auf ein Mondfoto vorbereitet wird

Dies ist ein Eintrag, der für die Astrozwerge geschrieben wurde. Dort geht es zu ihrem Blog (Klick) und das ist ihr Twitteraccount (Klick)


Hallo!

Ich bin ein Newtonspiegel (benannt nach meinem Erfinder Isaac Newton) in der Größe 150/750 (die erste Zahl steht dabei für meinen Durchmesser, die zweite Zahl für meine Länge in Millimetern. Ich habe also einen Durchmesser von 15 cm, und eine Länge von 75 cm). Außerdem besitze ich eine sogenannte Go-To-Steuerung. (Go-To kommt aus dem Englischen, und bedeutet so viel wie 'gehe Zu')


So sehe ich aus. :)

Mein Besitzer hat diese Go-To-Steuerung am 21.05.2016 dazu verwendet, ein Foto vom Vollmond zu knipsen, und ich erzähle Euch Heute, wie er mich darauf vorbereitet hat.

Zunächst brauche ich einen Platz, von dem ich freie Sicht in die Richtung habe, in der der Mond dann später am Himmel steht. (Der Mond startet seinen Weg über den Himmel jeden Tag etwas später, und jeden Tag etwas weiter Östlich als am Vortag)

Wenn der geeignete Platz gefunden ist, werde ich aufgestellt, und verkabelt. Meine Steuerung und meine Richtmotoren brauchen 12 Volt, die sie entweder aus einer Autobatterie, einem Netzteil, oder einem Akku bekommen.

Sobald ich Strom habe, kann mein Besitzer damit beginnen meine Go-To-Steuerung mit Daten zu füttern. Damit ich richtig Funktioniere, muss ich Wissen in welchem Längen- und Breitengrad ich mich gerade befinde, ich brauche die genaue Uhrzeit, ich muss Wissen in welcher Zeitzone ich bin und ob dort gerade Sommerzeit ist. 
 

Sieht fast so aus, wie die Fernbedienung von einem Fernseher: Meine Go-To-Steuerung

Anschließend kann mein Besitzer mit dem sogenannten 'Alignment' beginnen. (Alignment kommt ebenfalls aus dem Englischen, und bedeutet so viel wie 'Ausrichten') Dafür setzt er ein Okular mit möglichst größer Vergrößerung in meinen Okularauszug, und stellt es so ein, dass er ein scharfes Bild hat. In meinem Computer sind verschiedene Ausrichtungssterne gespeichert. Davon wählt mein Besitzer einen aus, und richtet mich so auf ihn aus, dass er exakt in der Mitte des Okulars erscheint. Dann teilt mir mein Besitzer mit, dass ich genau auf den ausgewählten Stern ausgerichtet bin.


Je kleiner die Zahl ist, die auf dem Okular steht, desto höher ist die Vergrößerung, die man damit erreicht. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Jetzt weiß ich schon ungefähr wo sich der Mond, und die anderen Himmelsobjekte befinden. Damit ich richtig Funktioniere, brauche ich jedoch noch einen zweiten Ausrichtungsstern. Mein Besitzer wählt einen weiteren Stern aus, und wiederholt das exakte Ausrichten.

Nun bin ich so programmiert, dass mein Besitzer mit mir alle Himmelsobjekte ansteuern kann. Jetzt muss er nur noch den Mond auf meiner Liste von Himmelsobjekten auswählen. Schon fährt mich meine Go-To-Steuerung in die richtige Position, und folgt dem Mond automatisch bei seiner Wanderung über den Nachthimmel.

Jetzt kann sich mein Besitzer in aller Ruhe darauf konzentrieren, sein Smartphone an mein Okular zu halten, und ein schönes Foto vom Mond zu machen. :)



Fertig ist das Mondfoto :)