Dienstag, 15. November 2016

Eine Buchempfehlung und Wieso ich mein (astronomisches) neues Jahr schon im Dezember beginnen werde

 
Hinweis: Dieser Eintrag nimmt an der Blogparade: „Astronomische Vorsätze für 2017!“ auf Stefan Gottholds Clear Sky Blog teil, die ihr hier findet: Klick

Es gibt (denke ich jedenfalls) kein Hobby, bei dem man sich nicht Ziele setzt. Der Briefmarkensammler will eine seltene Marke, der Schlagzeuger möchte so grooven können, wie Jeff Porcaro, der Gemüsezüchter will den dicksten Kürbis, der Hobbyastronom will …

ja, was will der Hobbyastronom eigentlich? Das größte Teleskop? Die höchstmögliche Anzahl an Beobachtungen in einem Jahr?

Nun, zunächst einmal will der Hobbyastronom beobachten. Und als Anfänger stellt sich die Frage relativ oft, wohin genau man sein neues Teleskop eigentlich richten soll. Einen Neuling, dem diese Frage auch quält, und der gleichzeitig auf der Suche nach Zielen ist, möchte ich Heute dieses Buch ans Herz legen:

101 Himmelsobjekte die man gesehen haben muss“ von Robin Scagell aus dem Kosmos-Verlag (1)

Dieses Buch richtet sich vor allem an astronomische Anfänger, allerdings werden auch Fortgeschrittene mit Sicherheit fündig. Es beginnt mit grundsätzlichen Erklärungen, von dem was am Nachthimmel passiert, und was man bei der Verwendung von Fernglas und Teleskop beachten sollte. Außerdem gibt es eine schöne Übersicht, über die verschiedenen Teleskoparten und deren Montierungen.

Dann geht es direkt mit den Beobachtungszielen los. Das erste, größte Kapitel ist den Beobachtungen im Sonnensystem gewidmet. Es fängt beim Mond an, erstreckt sich über die Planeten, bis hin zu Sonnenfinsternissen. Bei jedem einzelnen Objekt wird neben der Überschrift anhand eines Symbols angezeigt, ob das bloße Auge ausreicht, oder ob man zu Fernglas/Teleskop greifen sollte.

Die nächsten Kapitel sind den Sternbildern in den einzelnen Jahreszeiten, beginnend mit Winter bis zum Herbst, gewidmet. Ein Sternatlas rundet das Buch am Ende perfekt ab.




Akira versteht nicht alles in diesem Buch, aber sie versteht, dass sie viel draußen sein wird. Sie gibt dem Buch deshalb 10 von 10 Knochen … :)

Was mir richtig gut gefällt:

Alle aufgeführten Objekte kann man mit günstigen Equipment beobachten, für viele Sachen reicht (fürs Erste) sogar das bloße Auge. Ich schätze, das es durchaus möglich ist, sämtliche Objekte mit einem Maximalbudget von ~ 500 € zu beobachten. (Wer mehr investiert, erhält natürlich bessere Beobachtungsergebnisse.)

Super für die Langzeitmotivation finde ich das Punktesystem. Für jedes absolvierte Beobachtungsziel gibt es Punkte. Niedrige Punktzahlen für einfache Ziele, und hohe Punktzahlen für schwere Ziele.

Ein Beispiel: Für die Saturnringe gibt es 2 Punkte, wer Ring A und B einzeln beobachten kann, erhält zusätzlich 3 Punkte, und für die Cassini-Teilung der Ringe gibt es noch mal 3 Punkte. Es gibt zwar keine Preise dafür (womit Schummeln überflüssig wird), aber es ist ein schöner Ansporn, so viele Punkte wie nur möglich zu sammeln.

Kritik …

kann ich mir sparen. Es wäre Cool bei den Beobachtungen noch ein wenig mehr Platz für Notizen zu haben, aber das ist jammern auf hohem Niveau. (2)

Fazit:

Wer als Anfänger in der Astronomie Beobachtungsziele sucht, ist hier bestens aufgehoben. Das Punktesystem ist Super motivierend, und sorgt dafür, dass man „am Ball bleibt“. Auch als Fortgeschrittener findet man evtl. das eine oder andere, dass man noch nicht gesehen hat. Mein Empfehlung: Kaufen! :)

* * *

Ich habe dieses Buch nicht ohne Grund empfohlen. Es wird für mich in den kommenden Jahren zum ständigen Begleiter werden. Ich werde damit meine Beobachtungsnächte planen, und natürlich werde ich versuchen Punkte zu sammeln … :)

Wie ich bereits erwähnte, beginnt das Buch mit den Wintersternbildern. Im Dezember werde ich Urlaub haben, es wäre also Quatsch bis Januar zu warten. Der Startschuss für das Projekt „Punktesammeln“ wird deshalb am 1.12.2016 fallen … und Nein, ich mache am 30.11.2016 keine Silvesterparty. ;)

Zusätzlich zum Punktesammeln möchte ich so viel wie möglich über Astrofotografie lernen, und wann immer es geht praktische Erfahrung sammeln. Ich weiß nicht, wie viel ich dabei kurzfristig erreichen kann, ein persönlicher Wunsch wäre in 2017 je ein Foto von Jupiter und Saturn zu knipsen, dass gut genug ist, um es sich als Poster an die Wand zu hängen.

Außerdem möchte ich den Sternpark Rhön (Klick) wieder besuchen. Ein Besuch ist Pflicht, zwei Besuche setze ich mir als persönliches Ziel. Alles was darüber hinaus geht, wäre Fantastisch! :)

Abschließen möchte ich diesen Eintrag mit meinen ersten Gehversuchen in Bildbearbeitung von astronomischen Motiven … Enjoy! :)




Mond vom 13.11.2016. Fotografiert mit Canon EOS 1300D, und Orion 150/750 Skyseeker IV mit 3-facher Barlowlinse (Bild ist aus 3 Einzelbildern zusammengesetzt)

(1) Buchbezugsquelle (Klick) 

(2) Meine Notizen will ich sowieso zusätzlich hier im Blog in Form von Beobachtungsprotokollen veröffentlichen.

Kommentare:

  1. Danke für Deinen Tipp. Ich überlege ernsthaft, mir dieses Buch zu Weihnachten schenken zu lassen! Manche alten Hobbyastronomen brauchen mal wieder ein wenig Ansporn für ihre Leidenschaft. Leider kann man sein Hobby nicht so planen wie gewünscht, aber wenn die Bedingungen stimmen, gehts ab. Bin schon gespannt, wieviel ich von den 101 Objekten schon beobachtet habe.

    Herzliche Grüße
    Ralf

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    1. Hallo Ralf!

      Gern geschehen. :)

      Ja, lass es Dir schenken, ich bin sicher, dass auch ein erfahrener Astronom, der wohl schon über 90% der Objekte im Buch schon mal gesehen hat, trotzdem einen Ansporn bekommt, alle Objekte zu sehen, und auch die Maximalpunktzahl zu sammeln.

      Ja, dass nicht planen können unseres Hobbys ist ein Übel. Aber gerade das hat bei mir schon das ein oder andere Mal zu spontanen ungeplanten Beobachtungen geführt, die dann um so schöner waren. :)

      Viele Grüße, und clear skies,
      Rimi :)

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  2. Hallo Rimi,

    ich habe ja kürzlich Geschmack an unserem Mond gefunden. Du hast dabei natürlich einen gewissen Anteil daran. Wenn ich bedenke, was für tolle Fotos Du mit deiner Ausrüstung machst, besonders mit der Verwendung von Barlowlinsen. Ich mit meinem C8, 2000 mm Brennweite, bekomme ich eigentlich nur gute Aufnahmen mit meinem 24 mmm Okular, 17 mm ist schon herausfordernd. Öffnungsverhältnis schlägt Brennweite, ich weiß. Optisch gesehen hast Du schon eine geile Ausrüstung.

    Einen herzlichen Gruß und allzeit freie Sicht
    Ralf

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    1. Hi Ralf!

      Danke für das Lob, aber an Deine Fotos komme ich noch lange nicht ran. Mir gefällt, wie gut bei Dir die Krater ausgearbeitet sind.

      Ich muss leider Barlowlinsen verwenden, weil ich meine beiden „kleinen“ Teleskope anders gar nicht in den Fokus kriege. Die sind nicht wirklich zum fotografieren geeignet, wobei ich sagen muss, dass ich Deine Methode mit Okular bis jetzt noch nicht ausprobiert habe, weil in Astroforen immer davon abgeraten wird.

      Nun ja … dort wird auch regelmäßig Anfängern von hohen Brennweiten abgeraten. Ich denke mal, jemand der seine Kamera noch keine 3 Monate besitzt, ist durchaus Anfänger … *lach*

      Anyway, Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich schon auf weitere Mondfotos von Dir. :)

      Viele Grüße und Clear Skies,
      Rimi :)

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  3. Hallo Rimi,

    bald ist es soweit, Heiligabend! Dann bekomme ich dieses Buch von meiner Mutter geschenkt!!! Eigentlich schenken wir uns nichts zu Weihnachten, nuuuuuur 'ne Kleinigkeit ;-).
    Meinem Bruder schenke ich u. a. jedes Jahr das Kosmos Himmelsjahr, damit er das Interesse an der Astronimie bei behält. Eigentlich brauche das nicht, aber für mich ist das eine Tradition. Ich bin so froh, dass ich einen Bruder habe, der auch das gleiche Hobby hat wie ich, nur etwas theoretisch. Jetzt könnteichnoch von meinem Kumpel erzählen, der mir mein erstes Teleskop verkauft hat, also seins für mich. Leider habe ich dieses nicht mehr in meinem Besitz, was ich sehr bereue. Das Erste Teleskop war ein besonderes!

    Falls wir uns nicht mehr vorher noch twittern wünsche ich dir und deinen Gefährten (Wuff) eine schöne Weihnachten!

    Einen weihnachtlichen Gruß aus Syke
    Ralf

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  4. DU BIST SCHULD!!! Ich hab' es, das Buch! Das erste Astrobuch seit Jahren! Danke für den Tipp!

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    1. Hallo Ralf!

      Auch hier noch mal Sorry, für die späte Antwort.

      Ich wünsche Dir ganz viel Spaß mit dem Buch, und drücke die Daumen, dass Du die maximal mögliche Punktzahl erreichen wirst. Es sind ja durchaus Sachen dabei, die recht Selten zu Beobachten sind, von daher: Viel Erfolg!

      Viele Grüße, und Clear Skies,
      Rimi

      PS: An so etwas bin ich seeeeeeehr gerne Schuld. :)

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