Dienstag, 1. November 2016

Once upon a Time oder Wie ich zum tollsten Hobby der Welt kam ...

Mein Twitterfreund Ralf Kösling (Klick) hat in einem Kommentar seinen astronomischen Lebenslauf hinterlassen, und gefragt, wie das ganze bei mir war.


Ralf schreibt tolle Kommentare und macht geniale Bilder! Lese- und Folgeempfehlung! :)

Da dachte ich mir, vielleicht will das die ganze Welt wissen, machen wir doch einfach einen Blogeintrag daraus. :)

Man möge mir bitte verzeihen, dass ich nicht mehr die genauen Jahreszahlen im Kopf habe. Die Initialzündung muss irgendwann zwischen 1976 und 1978 statt gefunden haben. Die Mondlandung war noch in aller Munde, und im Kindergarten (1) gab es viele relativ neue Bücher mit Bildern der Astronauten auf dem Mond. Diese Bilder haben vermutlich mein Interesse an der Welt außerhalb unserer Atmosphäre geweckt.

1978 kam die Schule, und ich lernte lesen. Wenn man lesen kann, steht einem schon als Kind eine riesige Welt aus Informationsquellen zur Verfügung, und das ganz ohne Internet! Es gab (und es gibt sie nach wie vor!) diese tollen 'Was ist was?'-Bücher in denen Kindgerecht erklärt wird, was so passiert im Sonnensystem und im Universum. Es folgten Bücher in denen die Sternbilder erklärt wurden, und was man darin mit einem Teleskop finden kann.

Der nächste Schritt war logisch: Ein Teleskop musste her! Es dürfte etwa 1981 gewesen sein, als mir meine Eltern ein simples Tischteleskop aus dem Katalog bestellt haben. Für mehr reichte das Geld leider nicht. Um so ein Teleskop einigermaßen vernünftig nutzen zu können, braucht es entweder eine Terrasse mit Tisch (hatten wir nicht), ein Fensterbrett (Dachwohnung … es gab keine Fensterbretter), oder ein Auto, auf dessen Dach man das Teleskop stellen kann (ich war 10 Jahre alt, und hatte ein klapperiges fucking Fahrrad!!!).

Kurz gesagt: Die Benutzung dieses Teleskops war nur über abenteuerliche und wackelige Konstruktionen möglich, weswegen es schon bald nicht mehr benutzt wurde.



Ich glaube das war der Zeitpunkt, an dem wir einen Plastikbaum kauften ...

Es folgte eine lange, LANGE Zeit, in der ich mich nur sekundär mit theoretischer Astronomie beschäftigte. Mit praktischer Astronomie beschäftigte ich mich, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. 1997 Komet Hale Bopp mit bloßem Auge) so gut wie gar nicht mehr. Die nächste Initialzündung geschah erst im Januar 2012, als ich den Blog von Florian Freistetter entdeckte. (Klick) Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich wieder täglich mit Astronomie.

Im Dezember 2013 wurde ich quasi über Nacht 2 facher Hundebesitzer, und verbrachte somit auch nach Sonnenuntergang viel Zeit im Freien. Ich beschloss zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und legte mir im Februar 2014 ein Fernglas zu, dass sich sowohl für Naturbeobachtungen, als auch Astronomie eignet.


Ein wahres Fernglasmonster: Das Omegon Nightstar 25 x 100

Mit diesem Fernglas geht zwar Natur und Astronomie hervorragend, allerdings nicht sehr lange. Das Gewicht von 4,5 Kilo merkt man relativ schnell, vor allem wenn man Richtung Zenit beobachten will. Dennoch ist es besser, als alles, was ich bis Dato zur Verfügung hatte.

Während ich mit diesem Fernglas meine ersten richtigen Schritte im Universum machte, entdeckte ich im sozialen Netzwerk 'Twitter' eine große Gemeinschaft aus Hobbyastronomen, die ihre Beobachtungen und auch ihre Erfahrungen gerne mit anderen teilten.

Dies brachte mich letztendlich dazu, mir wieder ein Teleskop zuzulegen. Die eher schlechte Erfahrung mit dem Teleskop aus meiner Kindheit sorgte für den Entschluss etwas mehr Geld auszugeben, um direkt etwas 'Ordentliches' zu kaufen. Meine Wahl fiel auf den 200/1000 Newtonspiegel von Skywatcher auf einer EQ 5 Montierung mit Go-To Steuerung.



Geiles Rohr! Skywatcher 200/1000 auf EQ 5 mit Go-To

Im Dezember 2015 stand dieses tolle Teleskop dann in meinem Garten, und ich muss zugeben, dass mich die Bedienung von diesem Gerät dann doch ein bisschen überfordert hat. (Normalerweise lese ich Bedienungsanleitungen erst, wenn schon alles aufgebaut ist, und läuft, das hat aber dieses Mal nicht funktioniert.)

Ich hatte noch 300 € in meinem Teleskopbudget übrig, und beschloss, erst mal 2 Nummern kleiner anzufangen. Wenige Tage nachdem ich mir das 200/1000 bestellt hatte, bestellte ich mir ebenfalls im Dezember 2015 einen 130/900 Newtonspiegel auf einer EQ 2 Montierung komplett ohne Elektronik.



Für einen Teleskopeinsteiger perfekt: Der 130/900 Newtonspiegel von Skywatcher

Mit diesem Teleskop verbrachte ich dann im Februar 2016 meine erste „professionelle“ Beobachtungsnacht. Wer mehr dazu lesen will klickt Bitte hier.
Dieses Erlebnis infizierte mich regelrecht mit dem Teleskopvirus. Ich begann mich über Neuheiten auf dem Teleskopmarkt zu informieren, und entdeckte bald dieses Teleskop (Klick)

Dieses Teleskop schien mir perfekt die Lücke zwischen meinen beiden bereits vorhandenen Teleskopen zu füllen, weswegen ich es mir im März 2016 bestellte.



Super für Unterwegs, und für die ersten Erfahrungen mit einer Go-To Steuerung: Der 150/750 Newtonspiegel Starseeker IV von Orion


Es folgten Beobachtungen, wann immer es Zeit und Wetter zuließen. Teils gechillt beim Feierabendbier, teils mit häuslicher Vorbereitung und Sternkarte. Beobachtungshighlights waren der Merkurtransit im Mai 2016, und mein Besuch im Sternenpark Rhön auf der Hohen Geba im August 2016 (Klick)

Im September 2016 folgte dann noch ein 10x42 Monokular von Omegon, dass in erster Linie für Spaziergänge mit den Hunden gedacht war. Es stellte sich aber heraus, dass es sich auch für Beobachtungsnächte eignet. (Klick)




Das Monokular (Hund nicht im Preis inbegriffen)


Im Oktober 2016 kam noch eine Canon EOS 1300D zu meiner Ausrüstung hinzu, womit sich der Kreis zum letzten Eintrag (Klick) und zu Ralf Köslings Frage schließt.

Danke, fürs lesen. :)

(1) Funfact: In meinem ehemaligen Kindergarten befindet sich jetzt ein Brauereimuseum.

Kommentare:

  1. Hallo Rimi,

    der erste Satz ist für mich echt der Hammer, Twitterfreund, fühle mich gegehrt! Aber mal ehrlich, wer mag nicht die Tweets von Dir, Rimi? Wer da nicht Interesse an der Astronomie findet, also wirklich.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, Astronomie ist für Einsame. Zum Glück habe ich einen Kumpel (von dem habe ich mein erstes Teleskop!) und einen (älteren) Bruder, der sich auch für Astro interessiert. Der bekommt seit Jahren das Kosmmos Himmelsjahr von mir zu Weihnachten geschenkt.

    Für mich (und andere) sind Deine Blogs sehr wichtig. Nicht nur, weil sie so humorvoll geschrieben sind, sondern sie spiegeln auch die eigene Erfahrung jedes einzelen wider. Weiter so!

    Herzlichen Gruß
    Ralf

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    1. Hallo Ralf!

      Natürlich bist Du mein Twitterfreund, Du bist Cool! Und freut mich, dass Dir meine Tweets gefallen! :)

      Mit diesem Gefühl liegst Du evtl. gar nicht mal so falsch. Ich z.B. betreibe Astronomie meist für mich allein. Was ich allerdings recht gerne mache, ist Arbeitskollegen oder Nachbarn einladen mal einen Blick durch das Teleskop zu werfen. Bisher war noch jeder total begeistert.
      Schön, dass Du Leute mit den gleichen Interessen in Deiner Nähe hast, ich muss dafür immer ein wenig fahren (Hohe Geba im Sternpark Rhön z.B.).

      Danke für das Lob. Ich versuche das so bei zu behalten. :)

      Viele Grüße, und Clear Skies,
      Rimi :)

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  2. Hallo Rimi.

    Ich und cool, ok auf einer gewissen Art ;). Ich danke Dir!
    Der Werdegang eines Astros ist immmer spannend, dank Twitter bekommt man ja so einiges mit. Ich bin leider letzter Zeit ein wenig faul geworden, doch durch die Tweets von Dir und anderen habe ich das (freiwillig) zwingende Verlangen, auch mal geile Astrofotos zu machen und zu posten. Ich wünscht, ich hätte noch das Feuer, was Du in Dir trägst, aber ich arbeite daran.

    Herzliche Grüße und Clear Skies,
    Ralf

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    1. Hi Ralf! :)

      Gern geschehen! :)

      Nun, ich denke, was Du als „Faulheit“ bezeichnest, ist auch zu großen Teilen dem Wetter geschuldet. Gestern, als es klar war, warst Du ja mehr als fleißig. Bitte mehr davon! :)

      Was das innere Feuer betrifft: Ich weiß, was Du meinst, da ich ja durchaus auch Hobbys habe, die ich schon sehr lange betreibe. Ich denke, um das innere Feuer am lodern zu halten, ist es das Beste, sich immer wieder neue Ziele zu setzen.

      Ein Ziel, welches ich mir für Dich z.B. gut vorstellen könnte, wäre eine Fotomappe, gegliedert in 8 Kategorien: Mondbilder, Planetenbilder, Sternbilder Frühling, Sternbilder Sommer, Sternbilder Herbst, Sternbilder Winter, Sternbilder die den Polarstern umkreisen, Sonstiges (spontane Schnappschüße etc.)

      Für jedes Sternbild kannst Du dann noch Unterkategorien erstellen, wie z.B. Sternbild gesamt, die Messier-Objekte in diesem Sternbild, die NGC-Objekte etc.

      Auch für den Mond lassen sich schöne Unterkategorien erstellen: Mond gesamt, bestimmte Regionen, Krater etc.

      Ich denke, das ist ein Ziel, welches Dein inneres Feuer viele Jahre am lodern halten kann. Und evtl. kannst Du ja parallel zur Erstellung der Mappe darüber bloggen. :)

      Viele liebe Grüße, und Clear Skies,
      Rimi :)

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