Samstag, 25. März 2017

Ein paar Gedanken zum Tag der Astronomie 2017

Mit der Zeit entwickelt man als Hobbyastronom eine gewisse Professionalität, wenn man seinem Hobby nachgeht. Man bereitet sich akribisch vor, macht Notizen, fertigt Zeichnungen an, führt Beobachtungsprotokolle, macht Bilder, bearbeitet sie am PC, und, und , und …

Das alles ist wichtig und richtig, da man sich so etwas dauerhaftes schafft, auf dass man zurückgreifen, und sich an Tagen mit schlechtem Wetter daran erfreuen kann. Doch darüber will ich Heute nicht schreiben, sondern …

über Nächte, in denen man einfach sein Teleskop aufstellt, und sich an der Schönheit eines einzigen Objekts erfreut.

Ich glaube es war irgendwann im April 2016, als ich an einem Freitagabend um halb 11 von der Arbeit nach Hause kam. Eigentlich wollte ich nur noch die Beine hochlegen, und mein Feierabendbier genießen, aber dann sah ich diesen perfekten Nachthimmel. Jupiter stand hell leuchtend hoch am Himmel, und ich dachte „Ach, was solls ...“

Kurz darauf stand mein Einsteigerteleskop im Garten, und dort wo normalerweise eine Armee an Okularen steht, stand mein Feierabendbier.




Das Feierabendbier ersetzt nicht die Wasserwaage ;)

Ich setzte ein 6 mm Okular ein, peilte Jupiter an, und genoss einfach den Anblick, ohne einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, diesen Moment festzuhalten. Ich schaute, führte das Teleskop vorsichtig mit der Hand nach, nahm zwischendurch einen Schluck Bier, schaute, und spürte dabei regelrecht, wie der Stress der vergangenen Arbeitswoche von mir abfiel. Nach etwa 45 Minuten räumte ich mein Teleskop mit einem lächeln im Gesicht wieder auf.

Seitdem mache ich das immer mal wieder. Ohne großen Aufwand ein Objekt beobachten (das muss nicht unbedingt Jupiter sein, man kann genauso gut den Mond, den Orionnebel, die Sommermilchstraße, usw. nehmen) und den Moment genießen.

Was ich mit diesem Eintrag sagen will? Ja, die Astronomie ist in erster Linie eine sehr interessante Wissenschaft, das muss aber nicht heißen, dass man mit ihr keinen Spaß haben kann/darf. Und egal ob ihr jetzt mit Equipment im Wert eines Kleinwagens in einen Sternpark fahrt, oder ob ihr einfach nur eure Augen benutzt, und die Welt außerhalb unserer Atmosphäre entdeckt ... Genießt es, und habt Spaß dabei!

Kommentare:

  1. Wow, wenn ich das nur lese "... perfekten Nachthimmel". Da erinnere ich mich an mein erstes mal, als ich die Milchstraße im Sommer so sah. Erst dachte ich, sch... Cirruswolken, aber dann, nee nicht? Ist das die Milchstraße? Boah!

    Einen perfekten Nachthimmel hatte ich auch bei der Beobachtung/Fotografie von den Kometen Hyakutake und Hale-Bopp.

    Du hast recht Rimi, Astronomie macht Spaß.
    Und deine Blogs zu Lesen erst recht!

    Herzlichen Gruß
    Ralf

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    1. Hi Ralf! :)

      Du beschreibst da im ersten Absatz etwas, dass ich mir bei vielen Nichtastronomen vorstellen kann. Man schaut nach oben, sieht auf den ersten Blick eine Wolke, und spart sich den zweiten Blick, weil Wolken gerade Nachts* nun mal recht uninteressant sind. Dass man auf den zweiten Blick aber etwas wirklich Wunderschönes sieht, erkennen viele Menschen oft nicht.

      „Die Milchstraße sieht man doch eh nur im Winter, bei klirrender Kälte!“, ist ein Satz, den ich auch hin und wieder von Nichtastronomen gehört habe. Ich bin immer froh, wenn ich da ein wenig Aufklärungsarbeit leisten kann, den gerade solchen Menschen entgeht im Sommer doch einiges.

      Damals bei Hale-Bopp hatte ich auch einen fantastischen Nachthimmel. Ich bin damals mit einem Kumpel auf einen Berg gefahren, und hab den Anblick vom Auto aus genossen. Wunderschön!

      Vielen Dank für das Lob, und herzliche Grüße zurück,
      Rimi

      *von leuchtenden Nachtwolken mal abgesehen … ;)

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