Sonntag, 8. Januar 2017

Beobachtungsprotokoll vom 29.12.2016

Hinweis: Dieses Beobachtungsprotokoll ist in erster Linie für mich selbst. Ich stelle es dennoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Vielleicht findet der ein oder andere ja Interessant, womit ich meine Nächte verbringe … ;)

Ort: Rimis Castle – Oberer Garten (Walls of Woody)
Teleskop: Skywatcher 130/900 Newton
GoTo: Nope
Ausrichtungssterne: Venus (Ausnahmsweise mal einen Planeten zum überprüfen des Lichtpunktsuchers genommen)
Seeing (Schulnoten): 2- (zu Beginn oft Störung durch Bewegungsmelderbeleuchtung)
Okulare/Filter/Linsen: 23mm, 40mm, regelbarer Polarisationsfilter (für Venus), 2x, 3x, und 5x Barlow
Beobachtete Objekte: Venus, Albireo, M45, M31, M36, Kastor, Riegel, M42
Bilder: Nope
Cam: Nope
Anmerkungen/Notizen: Die Venus ist als hellstes Himmelsobjekt (nach Sonne und Mond) in diesen Tagen nicht zu übersehen. Sie diente nicht nur dazu meinen Lichtpunktsucher zu überprüfen, sie war auch mein erstes Beobachtungsobjekt.

Ich hatte mir vorgenommen mich bei dieser Beobachtung selbst zu limitieren, indem ich nur ein Okular einsetze (was mir nicht ganz gelungen ist, dazu weiter unten mehr), und evtl. benötigte Vergrößerungen über Barlowlinsen zu machen. Dies diente dazu zu testen, ob ich an einem Beobachtungsabend, an dem ich Hauptsächlich fotografiere, den Okularkoffer mitschleppen muss, oder ob es auch ohne geht. (Ein bis zwei Okulare passen in den Fotokoffer, und die Barlowlinsen sind sowieso drin).

Mit dem 23mm Okular ergibt sich an diesem Teleskop eine 39 fache Vergrößerung. Die Venus bleibt bei dieser Vergrößerung ein heller Lichtpunkt. Dann wollte ich es wissen, und steckte das 23mm Okular in die 5x Barlow, womit die Vergrößerung auf gewaltige 195 steigt. Nun sah ich deutlich die Halbphase der Venus, was ein ziemlich cooler Anblick ist. Weniger Cool ist die Geschwindigkeit mit der die Venus bei dieser Vergrößerung ohne Nachführung durchs Bild rast.

Um nicht ständig nachführen zu müssen, habe ich dann noch eine 2x Barlow ausprobiert, woraus sich eine 78 fache Vergrößerung ergibt. Die Venus war nun ein ganzes Stück kleiner, aber die coole Halbphase war immer noch zu sehen.


Pimp my Scope! Barlowlinsen verlängern die Brennweite des Teleskops um den aufgedruckten Faktor, und sorgen für eine höhere Vergrößerung ohne Okulartausch


Albireo war mein nächstes Objekt. Wenn man bedenkt, dass dieser wunderschöne Doppelstern Teil eines Sommersternbildes ist, aber Aufgrund der frühen Dunkelheit selbst jetzt noch beobachtet werden kann, kommt man nicht um die Feststellung herum, dass der Dezember ein ziemlich cooler Beobachtungsmonat ist.

Die Plejaden (M45) waren mein nächstes Objekt. Aufgrund ihrer Größe sind sie eigentlich eher ein Objekt für das Fernglas. Mit meinem 40mm Okular erreiche ich zumindest ein bisschen „Fernglasfeeling“, weswegen ich dann doch zwei Okulare benutzte.
Danach stellte ich die Andromedagalaxie (M31) ein. Ihr Anblick wurde allerdings von einer Lampe mit Bewegungsmelder getrübt, weswegen ich mich zu einer kleinen Pause entschied.

Nach der Pause wollte ich M36, M37, und M38 (3 Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann) beobachten, fand jedoch trotz der Nähe der 3 zueinander, nur den erstgenannten. Das hinzugenommene Monokular war auch keine Hilfe, weil es aufgrund der Tatsache, dass ich vergessen habe, es auskühlen zu lassen, sehr schnell beschlug.

Ich setzte meine Beobachtung mit Kastor (Castor? Irgendwie scheinen beide Schreibweisen gebräuchlich zu sein) einem Doppelstern* im Sternbild Zwillinge fort. Während man Albireo ohne Probleme mit einem Fernglas trennen kann, ist Kastor ein wenig Tricky. Mit dem 40mm Okular und einer 3x Barlow (67,5 fache Vergrößerung konnte ich Kastor als Doppelstern auflösen. (Yeah! \o/ )

Bisher nicht gelungen ist es mir, den kleinen Begleiter von Riegel im Sternbild Orion zu finden. Um es kurz zu machen: Es ist mir auch dieses Mal nicht gelungen, aber der Winter ist ja noch lang. :)

Ich beendete den Abend mit M42, besser bekannt als Orionnebel. Die Trapezsterne in diesem Nebel (der übrigens unter einem dunklen Nachthimmel schon mit bloßem Auge zu sehen ist) kann man mit etwas Übung schon mit einem 10x42 Monokular entdecken, richtig Cool sehen sie allerdings erst im Teleskop aus.

Das war meine letzte Beobachtungsnacht mit dem Teleskop im Jahr 2016. Ich hoffe auf viele erfolgreiche Beobachtungsnächte im neuen Jahr, in denen ich die Objekte, an denen ich bisher gescheitert bin, entdecken werde, und dann hoffentlich auch mal mit Bildern zu den Objekten aufwarten kann.

*Genau genommen ist Kastor sogar ein 6 (!!!) fach Sternsystem, but i haven't got Hubble in my Garden, you konw? ;)